Bigge. Ein Anblick, der nicht mehr tragbar war: Der Vorplatz des Kolpinghauses in Bigge hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend in eine illegale Müllhalde verwandelt. Damit ist nun Schluss. Die Kolpingsfamilie Bigge hat Konsequenzen gezogen und ihre Altkleider-Container mit sofortiger Wirkung entfernt. Was als Angebot zur Unterstützung wohltätiger Zwecke gedacht war, entwickelte sich für den Verein zum logistischen und nervenaufreibenden Problemfall. Immer häufiger wurden die Container zweckentfremdet. Anstatt gut erhaltener Kleidung fanden die Verantwortlichen regelmäßig Kinderwagen, Elektroschrott wie Rasierer und Monitore sowie kaputtes Spielzeug vor.
Vom Sammelpunkt zur Schandstelle
„Der Vorplatz wurde regelrecht als öffentliche Mülltonne missbraucht“, beklagt die Kolpingsfamilie. Die Entsorgung dieser dem Sammelzweck völlig fremden Gegenstände war mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden. Zudem sorgten unachtsam abgestellte Kleidersäcke für zusätzliche Probleme: Oft unzureichend vor Witterung geschützt, wurden sie nass und begannen zu schimmeln. Andere Passanten nutzten dies als Einladung, die Säcke aufzureißen und den Inhalt – teilweise bis zur Ruhr hin – zu verteilen.
Ende einer Testphase
Die Entscheidung zum Abbau markiert das Ende einer Testphase. Zwar hatte der beauftragte Verwerter der Kolpingsfamilie im Gegensatz zu anderen Anbietern im Olsberger Stadtgebiet stets für eine regelmäßige Leerung gesorgt, doch selbst diese Kapazitäten reichten zuletzt nicht mehr aus, um der Flut an Kleidung und Müll Herr zu werden. Auch wenn die Einnahmen aus der Altkleidersammlung ein willkommenes Plus für die Vereinskasse darstellten, überwog am Ende die Notwendigkeit, den unhaltbaren Zustand auf dem Vorplatz zu beenden.
Appell zur Qualität: „Aktion Rumpelkammer“ bleibt bestehen
Trotz des Rückzugs aus dem Containergeschäft hält die Kolpingsfamilie an ihrem Engagement für die Weiterverwendung von Textilien fest. Die bewährte „Aktion Rumpelkammer“, die im Frühjahr und Herbst durch den Kolpingbezirk organisiert wird, bleibt bestehen. Hier können Altkleider weiterhin im Rahmen einer Straßensammlung abgegeben werden.
Dabei richtet der Verein einen dringenden Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Das Ziel der Sammlung ist die Wiederverwendung, nicht die Entsorgung.“ Kleidung, die verschmutzt, defekt oder nass ist, gehört in den Restmüll und nicht in die Sammlung. Diese strikte Trennung sei essenziell, um die Verwertungsbetriebe zu entlasten, die unter dem hohen Aufwand und den Kosten für die Entsorgung von nicht nutzbarer Kleidung leiden.
Blick in die Zukunft
Ob die Container zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren werden, bleibt abzuwarten. Die Kolpingsfamilie. Bigge hofft auf politische Reglementierungen im Bereich der Textilwirtschaft, die den Kreislauf wieder nachhaltiger und auch für die Beteiligten wirtschaftlicher gestalten. Bis dahin bleibt das Gelände am Kolpinghaus jedoch von den Containern befreit – zum Schutz des Erscheinungsbildes und zur Entlastung des Vereins.

Foto: privat
