Medebach. 110 Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr haben am Samstag, 13.06.2026, in Medebach ihr feierliches Gelöbnis vor Bundeskanzler Friedrich Merz abgelegt. Als Höhepunkt ihrer Basisausbildung schworen die in den Bundeswehrstandorten Ahlen und Unna stationierten Rekrutinnen und Rekruten vor rund 1500 Zuschauern, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen.
Ihr Eid lautete: „Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“ Sechs Rekruten durften hervortreten und feierlich ihre Hand symbolisch auf die Truppenfahne der Bundeswehr legen.
Bundeskanzler Merz betonte in seiner Rede: „Die Bundeswehr steht in der Mitte der Gesellschaft. Als Staatsbürger in Uniform bekennen sie sich öffentlich, der Bundesrepublik Deutschland zu dienen und sie im Ernstfall zu verteidigen“, so Merz. „Sie stehen mit ihrem Leben für die Freiheit und Sicherheit von 84 Millionen Menschen in unserem Land ein.“
Angesichts der Kriege in Europa und im Nahen Osten sowie zunehmender Cyberangriffe, Sabotageakte und Desinformationskampagnen betonte Merz die Dringlichkeit einer stärkeren Bundeswehr.
„Die Welt ist unfriedlicher und unsicherer geworden. Wir sind bereit, große Kraftanstrengungen zu leisten und in die deutsche, europäische und transatlantische Sicherheit zu investieren. Eine starke Bundeswehr ist der sicherste Weg, den Frieden in Deutschland und Europa zu bewahren“, sagte Merz mit Nachdruck. „Wir sind bereit, die größten Kraftanstrengungen zu leisten für unsere Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit. Wir wollen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen. Wir nennen das Abschreckung.“
In hohem Tempo würden dank des neuen Wehrdienstes wieder mehr Soldaten eingestellt, die Zahl der Reservisten erhöht und die militärische Ausrüstung verstärkt. Merz betonte zudem, dass der Soldatenberuf sowohl physisch als auch psychisch äußerst anspruchsvoll sei. An sein eigenes Gelöbnis vor rund 50 Jahren erinnere er sich noch gut. Die Bundeswehr übernehme Verantwortung für den Schutz von Demokratie, Rechtsstaat und grundlegenden Werten.
„Ihren Dienst leisten Sie heute unter veränderten sicherheitspolitischen Vorzeichen“, ergänzte der Kanzler. „Frieden und Freiheit gibt es nicht kostenlos. Die Bereitschaft der Soldaten, Freiheit und Demokratie zu verteidigen, im Ernstfall sogar mit dem eigenen Leben, sorgte erst dafür, dass wir wirklich abschreckungs- und verteidigungsfähig sind.“
Kommandeur Jörn Kutscher hatte zuvor in seiner Rede betont, dass ein öffentliches Gelöbnis bewusst in die Mitte der Gesellschaft gehöre. 36 Jahre nach der Wiedervereinigung von Ost und West werde die Glaubens- und Meinungsfreiheit durch radikale Tendenzen angegriffen, die Demokratie sei weltweit unter Druck.
„Unsere Freiheit ist ein historisches Glück. Die Soldaten übernehmen dafür Verantwortung, sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft“, so Jörn Kutscher. „Sie tragen zur Sicherheit des Landes bei, zeigen Mut, nehmen Entbehrungen in Kauf und körperliche Belastungen.“ Auf die Kameraden sei Verlass in schwierigen Momenten. Ihr Gelöbnis sei ein Treueversprechen auf Gegenseitigkeit. „Das Band der Kameradschaft ist etwas Besonderes, Kameraden machen Unmögliches möglich.“
Für die jungen Soldatinnen und Soldaten selbst markiert das Gelöbnis den offiziellen Abschluss ihrer Grundausbildung und den Beginn ihrer weiteren militärischen Laufbahn
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Sechs Rekruten legen, stellvertretend für ihre Kameraden, den Treueeid auf die Verfassung ab
Foto: Claudia Metten
